INTELLIGERT

November 2, 2009

Minarettverbot

Bald stimmen wir über ein Minarettverbot ab. Die Diskussion wird eher polemisch geführt, vor allem die Gegnerschaft weigert sich partout, auf Argumente einzugehen. Versuch einer Abwägung. Wir vergeben für Pro-Argumente Punkte zwischen 0 und 1 und für Kontra-Argumente Punkte zwischen 0 und -1.

Kontra-Argumente

Verletzung der Religionsfreiheit

Das ist das Hauptargument der Gegner der Initiative, vorgebracht unter anderem von Kathy Riklin (Nationalrätin, CVP), der bernischen Kantonsregierung oder von der UNIA: «Diese Initiative stellt das verfassungsmässig garantierte Recht auf Religionsfreiheit in Frage. »

Die Initiative ritzt die Religionsfreiheit. Auch die drei Landeskirchen und die Jüdischen Gemeinden des Kantons Bern lehnen die Initiative aus diesem Grund ab. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass sie nicht in ihrem Kern verletzt wird, da sie auf die Ausübung des Glaubens keinen Einfluss hat. Ausserdem muss man anerkennen, dass es sich beim Islam mehrheitlich nicht ausschliesslich um eine Religion handelt, sondern eine Gesellschafts-/Gesetzes-/Regierungsstruktur mit ihr einhergeht.
Punkte: -.25

Minarettverbot ist illiberal

Eigentlich sollte man auf seinem Land bauen dürfen, was einem beliebt. Dann sollten allerdings nicht nur Minarette, sondern auch säkulare Gebäude, die nicht in das Stadtbild passen, erlaubt sein. Komischerweise sind die Gegner der Initiative da meist nicht djafür.
Punkte: -.5

Extremisten könnten sich terroristisch rächen

«Wir sind neutral, versuchen von allen respektiert zu werden, und plötzlich gehen wir auf eine Minderheit los, die in unserem Land lebt. Das könnte falsch verstanden und damit gefährlich werden», sagte Calmy-Rey. Möglich, sollte aber vernachlässigt werden, da man sich sonst erpressbar macht.
Punkte: -.001

Initiative schadet der Wirtschaft

Wirtschaftsvertreter (Economiesuisse) und einige Politiker (Peter Spuhler, Kathy Ricklin) befürchten einen Rückgang der Exporte in muslimische Länder. „Schweizer Produkte und Firmen könnten boykottiert werden“, sagt Christoph Lindenmeyer, Vorstandsausschuss-Mitglied bei Swissmem. Sogar ein Handelsembargo einiger islamischer Länder könne er sich vorstellen. Hier gilt, dass wir unsere Entscheidungen nicht vom Verhalten anderer Länder abhängig machen dürfen.
Punkte: -.001

Ein Minarett-Verbot würde der Aussenpolitik massiv schaden

Die Schweiz hätte schlechte Karten, ihren Einfluss bei Weltbank und Internationalen Währungsfonds (IWF) zu halten. Zudem müsste sich Joseph Deiss das Präsidium der UNO-Vollversammlung wohl abschminken. Es ist blanker Zynismus, wenn Micheline Calmy-Rey auf aussenpolitische Schäden verweist.
Punkte: -0.001

Der Ruf der Schweiz könnte im Ausland leiden

Die UNIA argumentiert, dass bei einer Annahme der Minarett-Initiative die Schweiz in ihrem Engagement gegen religiöse Diskriminierungen auf der Welt und in ihrem Engagement für die Menschenrechte unglaubwürdig würde. Der Ruf der Schweiz im Ausland habe wegen der Minarett-Initiative keinen Schaden erlitten, sagt hingegen Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf im swissinfo-Interview.
Punkte: -.001

Die Muslime in der Schweiz könnten durch das Verbot radikalisiert werden

Wer wegen einem Minarettverbot radikalisiert wird, hat wohl bereits ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie und Religion. Auch Hisham Maizar widerspricht: «Ich glaube nicht, dass es diese Initiative schaffen wird, säkulare Muslime zu radikalisieren
Punkte: -.001

Minarette verbieten ist Symbolpolitik

«Eine Symbolpolitik der fahrlässigsten Art», wettert Christian Wasserfallen. Richtig. Aber was ist gegen Symbolpolitik auszusetzen? Gerade die Linken sind sonst auch für das Verbieten von Symbolen (Anti-Rassismusgesetz).
Punkte: -.001

Minarette sind keine Machtsymbole

Es gibt Menschen (auch Muslime), die es als Machtsymbol wahrnehmen.
Punkte: -.01

Inititiative ist unföderalistisch

«Die Initiative ist unsinnig, da die Erteilung von Baubewilligungen in der Kompetenz der Kantons- und der Gemeindebehörden liegt», meint Kathy Ricklin. Der Föderalismus ist sicher ein wichtiger Vorteil für das Schweizer System, allerdings muss hier präzisiert werden: Die Befürworter wollen das Minarett nicht wegen ihrem architektonischem Wesen verbieten, sondern wegen ihres Symbolgehaltes. Andere Verwendungsrestriktionen, wie das ARG sind ebenfalls auf Bundesebene geregelt. Die Vertreter dieses Arguments sind überdies bei anderen Angelegenheiten weniger erpicht, dem Föderalismus das Wort zu reden, Kathy Rickling etwa bei ihrem Ja zu Harmos.
Punkte: -0.1

Es gibt nur vier Minarette in der Schweiz

Gemäss der GPS seien die Minarette auf Grund ihrer Zahl kein Problem. Die Grünen Luzern stellen fest, dass auf dem ominösen Plakat mehr Minarette zu sehen sind, als zurzeit auf dem ganzen Gebiet der Schweiz zu zählen sind. Das Argument ist nur sehr schwer verständlich. Ist nicht auch Kannibalismus in der Schweiz verboten? Ich kenne keine vier Fälle, die in den letzten hundert Jahren dagegen verstossen hätten. Hätten wir in den letzten vierzig Jahre nicht mehr als vier Vergewaltigungsfälle gehabt, würde man deswegen diese straffrei machen wollen? Ich denke nicht.
Punkte:-0.001

Minarettverbot gehört nicht in die Verfassung

So argumentieren Christian Wasserfallen und Kathy Ricklin. Was in die Verfassung gehört bestimmen allerdings nicht Cervelat-Politiker sondern der Souverän.
Punkte: 0

Stellvertreter-Diskussion

Installations- und Performancekünstler Johannes Gees hält die Initiative für eine Stellvertreter-Diskussion. Auch Ricklin meint: «Wenn die Initianten sich gegen die Islamisierung in unserem Land wehren wollen, dann wäre ein starkes Bekenntnis zur christlichen Tradition, ein Burka-Verbot und klare Regeln in der Schule wie Kopftuchverbot und Schwimmunterricht für alle der bessere Weg. « Die Grünen Luzern gehen einen Schritt weiter und nennen das Begeheren eine «Mogelpackung«.
Punkte: -0.1

Unschweizerisch

Die SVP-Gegner haben die Neurose, alles, was mit der SVP in Verbindung gebracht werden kann, als unschweizerisch zu betiteln. Darauf sollte man nicht eingehen.
Punkte: 0

Diskriminierend

Die Initiative missachte das Diskriminierungsverbot, weil sie sich ausschliesslich gegen ein religiöses Symbol des Islams richte, so der Sydonalrat. Al-Jazeera- Korrespondent Tamer Aboalenin findet es diskriminierend, dass es für Buddhisten und Hindus keine Verbote gibt. Die Freidenker blasen ins gleiche Horn: «Ein Minarettverbot verletzt den Anspruch auf Gleichbehandlung. » Das ist natürlich falsch. Wenn die Initiative angenommen wird, dürfen auch Nicht-Muslime keine Minarette bauen. Auch haben wir mit den Buddhisten und Hindus nicht derart gravierende Probleme. Es wäre viel eher diskriminierend, wenn wir alle religiös konnotierten Bauten verbieten würden, nur weile eine Religionsgemeinschaft ärger macht.
Punkte: -0.0002

Minarette sind wie Kirchtürme

Das ist eine unsinnige Pauschalisierung.
Punkte: -0.0001

Unverhältnismässig

In Anbetracht der Islamisierung ist dieses Argument nur noch zynisch und böswillig.
Punkte: 0

Ängste vor dem Islam schüren

Gemäss der UNIA dient die Initiative vor allem dazu, Angst vor den Mitbürgerinnen und Mitbürgern islamischen Glaubens zu schüren, dies zeige sich im geschmacklosen Plakat der Initianten. «Es ist das erste Mal, dass die Schweiz über ein Thema abstimmt, dass eng mit dem Islam verknüpft ist. Es ist zu befürchten, dass neben der Diskussion über juristische Fragen Ängste geschürt werden, die in der Debatte eine wichtige Rolle spielen könnten«, erklärte Alain Bovard, Jurist bei der Schweizer Sektion von Amnesty International. In Tat und Wahrheit ist es aber so, dass noch immer viele Eliten den Islam verharmlosen. Die Ängste sind, befasst man sich nicht nur oberflächlich mit dem Islam, völlig berechtigt.
Punkte: -0.0001

Ausländerfeindliches Klima schaffen

Moslems können sowohl Schweizer wie Ausländer sein, das Argument ist absurd.
Punkte: 0

Aushebelung grundlegender Elemente unseres Staates

Die UNIA meint, die Minarett-Initiative wolle grundlegende Errungenschaften unseres toleranten, liberalen, demokratischen Staates aushebeln.
In der Tat ist die Initiative in dieser Hinsicht problematisch. Vom Islam geht aber um eine vielfach grössere Gefahr aus.
Punkte:-0.1

Verstoss gegen verschiedene internationale Abkommen

Gemäss der GLP und UNIA (merkwürdigerweise haben beide den gleichen Textlaut) verstösst die Initiative gegen die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verstossen: gegen Art. 9 (also gegen die Gedankens, Gewissens- und Religionsfreiheit), gegen Art. 14 (gegen das Diskriminierungsverbot) oder auch gegen den UNO Pakt II. Wenn das so ist, sollten wir diese Verträge auflösen.
Punkte:-0.05

Stigmatisierung einer religiösen Minderheit

Die Muslime stigmatisieren sich immer noch selber.
Punkte:-.0001

Verunglimpfung aller Migrantinnen und Migranten

Nicht alle Migrantinnen und Migranten sind Muslime.
Punkte:-.00001

Nicht anwendbar

Doch.
Punkte: 0

Minarette fördern die Integration

Dieses wohl abstruseste Argument kommt von Simon Röthlisberger, mit verquerter Logik hält er fest: «Wer einer Gemeinschaft angehört, die möglichst unsichtbar bleiben muss, der kann sich unmöglich akzeptiert fühlen. Wer nicht akzeptiert wird, kann sich nicht als Teil der Gesellschaft begreifen. Und wer nicht Teil der Gesellschaft ist, ist nicht integriert. » Einerseits würden rechtskonservative und evangelikale Kreise verkennen, dass Menschen muslimischer Religion sehr oft schon seit Jahrzehnten hier leben und arbeiten und inzwischen Schweizerinnen und Schweizer geworden sind, andererseits seien Religionsgemeinschaften Orte, um das Leben in der Fremde zu organisieren und beispielsweise Arbeit oder eine Wohnung zu finden.
Das kann in der Tat der Fall sein, häufiger sind Religionsgemeinschaften aber Orte, in denen das Anderssein und die eigene moralische Überlegenheit zelebriert werden.
Punkte:-.0001

Ein Minarettverbot löst das Problem der Integration nicht

Dieses Argument der Freidenker trifft zu. Allerdings gilt es zu beachten, dass ein Minarettverbot der Integration sehr wohl dienlich ist. Den Moslems wird damit klar gemacht, dass sie sich Anstrengen müssen, wenn sie akzeptiert werden wollen.
Punkte:-.0001

Minarettverbot würde Integration erschweren

Das meint Jörg Stolz, Direktor eines Instituts für die Beobachtung der religiösen Lage, das zur Universität Lausanne gehört: «Aus soziologischer Sicht wäre ein Minarett ein Zeichen dafür, dass Integration stattgefunden hat. Die Muslime würden sich damit christlichen Gemeinschaften annähern, die ihren Glauben auch öffentlich kundtun. » Hier haben wir es mit einer undifferenzierten und unzulässigen Gleichsetzung von Islam und Christentum zu tun.
Punkte:-.0001

Initiative blockiert den Dialog statt ihn zu fördern.

«Dem Kampf der Kulturen halten wir den Dialog der Religionen entgegen», sagt Thomas Wipf, und verkennt das es nicht um Christentum vs Islam geht, sondern um Demokratie vs Islam. Der Dialog ist gar nicht möglich, weil wer den Islam kritisiert, damit rechnen muss, ermordet zu werden. In Diskussionsrunden werden uns zudem seit Jahren verkappte Islamisten als demokratische Diskussionpartner verkauft. So geht’s nicht!
Punkte: 0

Polarisierung der Gesellschaft

Punkte:-.0001

Bereicherung des Landschaftsbildes

Gemäss den Grünen Berner Oberland könne ein Minarett auf einer schönen Moschee auch im Berner Oberland eine Bereicherung des Landschaftsbildes darstellen. Das ist Geschmackssache. Rein ästhetisch gibt es an ihnen aber nichts auszusetzen.
Punkte:-.05

Verbot ist rassistisch

Unsinn – Der Islam ist keine Rasse.
Punkte: 0

Drängt den Islam in die Hinterhöfe und Garagen

Deswegen sei die Initiative kontraproduktiv, meint der Vorsitzende des Schweizerischen Rates der Religionen, Thomas Wipf. Unabhängig davon, dass Moslems klagen, jetzt schon in Hinterhöfen und Kellern zu sein, fragt man sich, wie aus einer Moschee ohne Minarett eine Garage wird. Ergibt irgendwie keinen Sinn.
Punkte: 0

Unnötig

«Ein Verbot ist eine Regelungsform, die in einer liberalen Gesellschaft nur angewendet werden sollte, wenn keine anderen Mittel greifen und ein gewichtiges öffentliches Interesse vorliegt, » sagen die Freidenker. Das mag so sein, allerdings fragt man sich welche erfolgreichen „anderen Mittel“ von den Gegner der Initiative bis jetzt ergriffen wurden. Also mir fällt da spontan nichts ein.
Punkte: -.01

Ein Minarett stört den Religionsfrieden nicht

Erklärt der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) und die Plattform der Liberalen Juden Schweiz (PLJS).
Punkte: -0.001

Initianten würden alle Muslime bestrafen

Daniel Jositsch meint, die Initianten sollten sich besser den wirklichen Problemen wie Zwangsehe oder Genitalverstümmelungen annehmen, statt alle Muslime zu bestrafen. Selbstverständlich hat er recht, nur schade, dass seine Partei selber nichts dagegen tun.
Punkte: -.01

Pro-Argumente

Schleichende Islamisierung stoppen

Mitinitiant Walter Wobmann meint, das Verbot würde helfen die Islamisierung zu stoppen. Nüchtern betrachtet sollte das zutreffen.
Punkte: 1

Das Minarett-Verbot ist nur der Anfang

Walter Wobman (SVP) argumentiert, das Minarett-Verbot dürfe nur der Anfang sein, weitere Verbote betreffend Burka und Kopftuch müssten folgen.
Punkte: 0.01

Minarett als Bauwerk hat keinen religiösen Charakter

Die Initianten argumentieren, dass das Minarett kein religiöses Zeichen sei, da es nicht im Koran vorkomme. Ein schwaches Argument, auch Weihnachten kommt in der Bibel nicht vor, ist aber sehr wohl ein religiöses Fest.
Punkte: 0.001

Die Minarettverbots-Initiative korrigiert die Mängel im heutigen Baurecht

Ein Minarett hat eine politische Dimension, welche im Baubewilligungsverfahren keine Berücksichtigung findet. Das Argument ist sicher richtig, allerdings könnte man das auch anders lösen.
Punkte: 0.05

Das Minarett demonstriert ein religiös-politisches Machtsymbol des Islams

Kann sicher so interpretiert werden.
Punkte: 0.08

Auf das Minarett folgt der Muezzin

In der Tat zeigen Beispiele in Deutschland, dass islamische Verbände, die vor dem Bau eines Minarettes heuchlerisch beteuern, nie einen Muezzin zu fordern, nachher durchaus flexibel genug sind, ihre Meinung diesbezüglich zu ändern.
Es stimmt auch, dass es wenig Sinn macht, den Muezzin zu verbieten, das Minarett aber nicht.
Punkte: 0.1

Der Islam macht keine Trennung zwischen Religion und Staat

Richtig, deshalb sind auch alle Argumente der Gegner mit Vorsicht zu geniessen, die den Islam lediglich als eine Religion unter vielen darstellen.
Punkte: 0.1

Ein Minarettverbot tangiert die Religionsfreiheit nicht

Die innere Religionsfreiheit ist durch das Verbot nicht betroffen, die äussere sehr wohl.
Punkte: 0.0001

Ein Minarettverbot stellt klar, dass wir von den hier lebenden Ausländern Integrationsanstrengungen erwarten

Ausländer sind zwar nicht gleich Muslime, Signalwirkung kann das Verbot aber trotzdem auch für andere Problemgruppen haben.
Punkte: 0.5

Auswertung

Habe jetzt gerade voll keine Lust, die Punkte zusammenzuzählen, bin mir aber ziemlich sicher, dass der Betrag positiv ist. Die Initiative gilt es also anzunehmen!

Oktober 23, 2009

Militärische Bedrohung der Schweiz

Pazifismus und Anti-Bellizismus im Dienste des Totalitarismus

„Dabei ist klar: Militärisch ist die Schweiz nicht bedroht.“

-GSoA Zitig 79

Weil die Schweiz zur Zeit militärisch nicht bedroht sei, so die linken Armeegegner, solle sie abgeschafft werden; Nachhaltiges Planen war noch nie eine sozialistische Tugend. Bereits die britische Labour-Partei sah anfangs der 1930er Jahre nirgends einen Feind, und forderte deshalb die Abrüstung der britischen und französischen Armee – Das Ergebnis kennen wir: Mehr als 50 Millionen Tote, 6 Millionen ermordete Juden, fast ganz Europa durch deutsche Sozialisten zerstört. Leider haben ausgerechnet die Historiker nichts aus der Geschichte gelernt; Der Zyniker Joe Lang lässt grüssen.
Wer demokratische Staaten auffordert, abzurüsten, während diktatorische Regime wie der Iran an Atombomben basteln, ist kriminell. So zum Beispiel Roman Schürmann, von der linksextremen WOZ, der in der Arena behauptet, wir bräuchten nicht mehr Flieger als die Österreicher. Wie lange ging es, bis seine deutschen Gesinnungsgenossen Österreich vor 70 Jahren besetzt hatten?

Situation früher

Oft wird argumentiert, Europa sei seit dem letzten Weltkrieg von Kriegen verschont worden. Ein kurzer Blick auf die jüngste Vergangenheit Ex-Jugoslawiens straft dies Lüge. Westeuropa hingegen beherbergte in der Tat keinen Kriegsschauplatz mehr. Doch was will das heissen? Es ist davon auszugehen, dass die nukleare Bi-Polarität zwischen der 1. und 2. Welt im Kalten Krieg das Kriegsrisiko innerhalb Europas minimierte, während die Democratic Peace Theory bislang empirisch nicht belegt werden konnte.
Die Friedensperiode, in dem es sich seit dem 2. WK befindet, ist, wenn man die letzten 1000 Jahre anschaut, statistisch gesehen voll und ganz im erwartbaren Bereich, selbst wenn man den Kalten Krieg nicht berücksichtigt. Sie ist nicht einmal einmalig: Vor dem 1. WK, den wie die meisten Kriege, niemand vorhergesehen hatte (und selbst im Sommer 1914 sagten sich k u k – Militärs: Over by December), während der Belle Epoque, war die Lage verängstigend ähnlich. History Repeating: Die Menschen überschätzten sich masslos und hingen der Illusion eines friedlichen Europas nach, um nur kurz darauf ihre zwei schrecklichsten Kriege vom Zaun zu reissen.
Noch nicht mal 20 Jahre nach Ende der sowjetischen Schreckensherrschaft ist es zu früh, Prognosen über die Zukunft Europas abzugeben, auch wenn sich Möchtegern-Militärexperten wie Karl Haltiner sich nur allzu gerne opportunistisch dem Zeitgeist unterwerfen um Kriegsgefahren für die Schweiz als unrealistisch zu beurteilen. Wie ist Situation wirklich?

Heutige Situation

Die multipolare Machtverteilung im postmodernen Europa macht zwischenstaatliche Beziehungen komplizierter und komplexer. Das Ziel eines Mächtegleichgewichtes wie es den Briten vor dem 1. WK vorschwebte ist ein nobles, aber eben illusorisches Ziel. Ganz klar erhöht sich durch eine multipolare Machtverteilung die Gefahr innereuropäischer Kriege. Innerhalb der Europäischen Union findet zurzeit ein Richtungskampf statt, zwischen den Anhängern eines Staatenbundes und denjenigen eines Bundestaates, der nicht zuletzt auch zur Auflösung der EU führen könnte. Belgien droht auseinander zu brechen, die Türkei wird unter Erdogan seit Jahren islamisch radikalisiert, die Deutschen drohen uns schon wieder mit militärischen Eingriffen (Kavallerie). In England urteilen Scharia-Gerichte, in Frankreich sind ganze Quartiere nicht mehr unter der Kontrolle des Rechtsstaates, in der Schweiz führt eine Verhaftung zur Staatskrise. Auch die Finanz- bzw. Wirtschaftskrise und die dadurch steigenden Staatsverschuldungen sind alles andere als ein Friedensgarant.
Kurz: Es ist mir absolut schleierhaft, wie jemand mit klarem Verstand auf die Idee kommen könnte, die Zeit der Kriege in Westeuropa sei vorbei, es gibt schlicht kein einziges Indiz dafür.

Konsequenz

Aus diesen Erläuterungen wird ersichtlich, dass die Primäraufgabe der Schweizer Armee die Verteidigung gegen kriegerische Aggressionen sein muss, und nichts anderes. Wer das Militärbudget für die Bekämpfung des Klimawandels oder Naturkatastrophen einsetzen will, spielt mit der Sicherheit der Schweiz und ist um einiges gefährlicher als diese.

September 18, 2009

Einfache Frage – Kurze Antwort

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , , , , — intelligert @ 12:09

Am 22. Mai 08 fragte Markus Lüthi (SPS): „Welcher Vorgesetzte würde sich trauen, einen Kontrolleur mit berechtigten Feststellungen auszubremsen, wenn er weiss, dass der entsprechende Fall sehr rasch an eine höhere Instanz, an die Presse oder in den Stadtrat geht?“

Da ich seine E-Mail-Adresse nicht ausfindig machen konnte, antworte ich, passenderweise am Tag des Freispruchs von Esther Wyler und Margrit Zopfi, hier: Monika Stocker (GPS).

September 17, 2009

Boni

Gespeichert unter: Ökonomie — Schlagworte: , , — intelligert @ 6:17

Die Finanzkrise hat eine Diskussion über Manager-Boni ausgelöst, und Linke fordern einen Lohndeckel. Die Unsinnigkeit einer derartigen Reglementierung werde ich nachfolgend aufzeigen; zuerst müssen wir einem ihrer Argumente recht geben: Die Höhe der Bezahlung von Manager widerspiegelt in keiner Weise deren Wert. Und der Einwand, Spitzensportler würden noch mehr verdienen, wie etwa von Roger Köppel vorgebracht, ist in mehrfacher Hinsicht irreführend. So ist die Leistung im Bereich Sport eng mit dem Erfolg verknüpft, auch wer sich nicht für Tennis interessiert ist in der Lage, Roger Federer als Weltklassespieler zu erkennen, und ihn damit von einem Amateurspieler zu unterscheiden. Man müsste schon auf beiden Augen blind sein, wollte man dies von Manager behaupten. Genau diese Schwierigkeit der Leistungsbeurteilung in Bereichen, in denen Erfolg und Leistung nur probabilistisch zusammenhängen, führte zur Einsicht, dass Boni auf „nachhaltigem“ Erfolg beruhen müssen. Hier muss zwingend darauf hingewiesen werden, dass es von vollkommener ökonomischer Unkenntnis zeugt, wenn man der Ansicht ist, die Leistung eines Managers könne nach wenigen Jahren anhand dessen Erfolgs beurteilt werden. Die Subprime-Blase brauchte gut ein Jahrzehnt zum platzen, auch LCTM wurde nach drei Jahren noch gehyped.

Das Problem mit der Limitierung liegt zuallerletzt darin, dass ein Unternehmen nicht mehr die besten Leute anstellen kann. Die stümperhaften Kriterien, nach denen heute beurteilt wird, vereiteln dieses Vorhaben im Vornherein. Es ist aber so, dass diese Debatten penetrierende, hirnrissige Meinung eine Art „Self-fullfilling Prophecy“ darstellt: Eine Firma, welche unter eine solche Reglementierung fällt, wird von Anlegern abgewertet. Desweiteren: Wenn es so ist, wie wir festgestellt haben, dass Unternehmen einen Fehler machen, wenn sie ihre Manager überrissen bezahlen, dann wird mit einer Reglementierung ein notwendiger Lernprozess abgeschaltet: Jene die ihren Managern mehr bezahlt hätten, als sie durch deren Leistung zurückbekommen hätten, werden diesen Fehler nicht mehr machen können; aber nicht weil sie etwas von Ökonomie verstehen, sondern weil sie vom Gesetz dazu gezwungen werden. Ist die jetzige Krise erst mal in Vergessenheit geraten, oder verlieren etatistische Ideen an politischem Einfluss, wird die Reglementierung wieder aufgehoben und wir sind so weit wie heute.
In einem einiger massen freien Markt ist es aber so, dass Firmen mit unsinnigen Bezahlungsstrukturen einen evolutionären Nachteil haben – Sie bezahlen für ihre Dummheit. Hier ist jedoch ein wichtiger Hinweis notwendig: Der Markt ist in verschiedener Hinsicht nicht frei. Auf die in diesem Kontext stärkste Marktverzerrung hat bis jetzt merkwürdigerweise noch Niemand hingewiesen: Adam Smiths unsichtbare Hand funktioniert wie Darwins Selektionsmechanismus auf Trial and Error. Zufällige Mutation gewährleistet, dass Möglichkeiten unabhängig von ihren vermeintlichen Erfolgschancen ausprobiert werden. Dieser Mechanismus verhindert evolutionäre Fehlentwicklungen. Bei der alleinigen Übertragung dieses Systems auf den Markt, unter Ausserachtlassung anderer Dömanen des Menschlichen, passiert einem leicht ein Fehler. Es ist nämlich so, dass die Existenz von staatlichen Akademien mit ökonomischen Fakultäten einen ansonst freien Markt zu einem unfreien machen. Anders gesagt – Man kann nicht beides gleichzeitig haben. Die mit staatlicher Autorität ausgestatteten Akademien stellen in sich eine Marktverzerrung dar. Die Ideen, die an Akademien erzeugt und gelehrt werden, sind keine zufälligen: Sie haben eine empirische, rationale oder ideologische Begründung. Zudem sind sie von der merkantilen Selektion abgekoppelt, sie unterliegen anderen Selektionsmechanismen, die nicht immer objektiv erfassbar sind, wie mathematische Schönheit oder intellektuelle Eleganz (So geistert das Black-Scholes-Modell heute noch an Akademien rum, obwohl es empirisch schon vor Jahrzehnten widerlegt wurde).
Die im Fall der Manager-Boni bestehende Gefahr liegt dem gemäss darin, dass keine Korrektur stattfinden kann, weil das System keine oder zuwenige Entscheidungsträger hervorbringt, die mit einem adäquaten Entlöhnungssystem die bestehenden Strukturen konkurrenzieren.

September 9, 2009

Schwaller verhindern – Schweiz retten

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , , — intelligert @ 8:06

Nächsten Mittwoch sind Bundesratswahlen, der FDP-Sitz, der eigentlich der SVP gehört, wird von der CVP attackiert. Jene Partei, die die Demokratie seit jeher verachtet (Das wissen wir nicht erst seit der Intrige gegen Christoph Blocher), schickt ihr grösstes Geschwür ins Rennen: Urs Schwuler, ähm Schwaller (Sorry, ich weiss, das war Couchepin-Niveau). Noch gestern hat sich die Verliererkoalition aus PDA, SP, Grüne und CVP als Hüter der Konkordanz inszeniert – nun tut man so, als hätte man noch nie etwas davon gehört. Die CVP hat keinen Anspruch auf den Bundesratsitz. Wenn man sich verschiedene Kommentare von mitte-links Zombies im Internet ansieht, wird einem klar: Diese Wähler müssen nicht mal manipuliert werden, sie manipulieren sich grad selbst. Überall liest und hört man: Die Parteizugehörigkeit spiele doch gar keine Rolle – nur die Fähigkeit zähle. Das hat noch vor kurzem, bei der Nicht-Wiederwahl von Blocher ein Bisschen anders getönt. Die Realitätsverweigerung und Arroganz der besserwissenden Flachwixer wird zunehmend grotesker.
Brauchen wir nach dem UBS-Debakel, dem Indianer-Skandal und der Libyen-Äffare jetzt wirklich auch noch den offenen Bruch mit der Konkordanz und ein weiteres dummes Arschloch im Bundesrat? Ich denke nicht.

Der Sozialismus arbeitet immer mit Feindbilder – auch der Schweizerische: Parteiführer Levrat erdreistete sich heute in einem Interview mit 20 Minuten, die prophezeite Schwaller-Wahl der SVP in die Schuhe zu schieben – weil sie nicht für Burkhalter stimmen werde. Die in den letzten Jahren permanent verkündete Wahlfreiheit der Parlamentarier gilt also nur für jene mit der richtigen Gesinnung.
Sein Argument, wieso sie nicht den links-freisinnigen Marty wählen würden, statt des „bürgerlichen“ Schwaller ist so fadenscheinig, dass es jetzt auch dem hinterletzten Hinterbänkler dämmern muss: die CVP wurde von Rot/Grün für die Abwahl Blochers bezahlt. Levrats Argument, Marty nicht zu wählen, weil er kein offizieller Kandidat ist (Was war mit Schmid, Schlumpf, Walter?), glaubt wohl nicht mal mehr ein Freitagstaschenfaschist.

Die Grünen haben nun verschiedentlich Anspruch auf einen Bundesratssitz geltend gemacht. Dieser ist auch ausgewiesen. Unhaltbar ist aber die Behauptung, Sie hätte als Einzige Anspruch auf den freiwerdenden Sitz, oder zumindest den Höchsten. Der Wähleranteil der Grünen liegt bei 9.6%, derjenige der SVP bei 28.9%. Die SVP, die zumindest teilverschuldet, nur einen Sitz hat, hat mehr als dreimal soviel Wähleranteil wie die Grünen. Wenn die Grünen, wie Sie meinen, zwingend einen Sitz im Bundesrat bekommen sollten, müssten sie der SVP Anspruch auf drei Sitze zugestehen.

Verschiedentlich wurde gesagt, dass wenn die SVP Lüscher wählen wird, Burkhalter durch diesen verdrängt werden würde, und die Linke dann Schwaller wählen würde, und die SVP dafür die Verantwortung tragen würde. Das ist doppelt falsch: 1. Schuld an der Beerdigung der Konkordanz sind jene, die die Konkordanz beerdigen. 2. Wenn die FDP geschlossen für Burkhalter stimmt (47 Stimmen), gibt es mit den 15 Stimmen der SPS und einiger Stimmen der BDP, Grüne und der zwei Stimmen der SVP mehr Stimmen für Burkhalter als Lüscher.

August 5, 2009

(n-ary) Elemantary Cellular Automaton

Gespeichert unter: Mathematik, Uncategorized — Schlagworte: , , , , , , — intelligert @ 5:06

Elemantary Cellular Automata sind Trinary Boolean Operatoren. Die Anzahl aller Boolean n-ary Operatoren erhält man durch: 2^2^n. Die Anzahl Elemente der Menge n-ary Operanden ergibt sich aus: 2^n.

Die benötigten Anzahl Bits um einen n-ary Operator darzustellen ist ebenfalls 2^n.
Die benötigten Anzahl Bits um einen n-ary Operand darzustellen ist n.

Daraus folgt: Die Menge der n-ary Operatoren entspricht Menge der 2^n-ary Operanden. Ein n-ary Operand ist ein log2 n-ary Operator, sofern log2 n eine natürliche Zahl ist.

Benötigte Bits um die Menge aller n-ary Operatoren darzustellen: 2^n*2^2^n.
Benötigte Bits um die Menge aller n-ary Operanden darzustellen: n*2^n

(Syntax: n-ary: {Operanden}, {Operatoren [// comment]} )

Nullaray:
{Undefiniert}
{1, // TRUE
0} // FALSE

Unary:
{1,0}
{11,
10,
01, // NOT
00}

Binary:
{11, 10, 01, 00}
{1111,
1110, // OR
1101,
1100,
1011, // IMP
1010,
1001, // EQV
1000, // AND
0111, // NAND
0110, // XOR
0101,
0100, // NIMP
0011,
0010,
0001, // NOR
0000}

Trinary:
{111, 110, 101 100, 011, 010, 001, 000}
Trinary-Operatoren gibt es 256 (2^2^3), jeder Operator entspricht einer Rule eines Elementary Cellular Automaton.

Einige Trinary-Operator können durch zwei Binary-Operatoren ausgedrückt werden. Ist abc eine binäre Zahl mit den Ziffern a, b,c, dann bezeichnet zum Beispiel (a OR b) AND c Rule 168. Allgemein: (a „Binary-Operator“ b) „Binary-Operator“ c.

Juli 28, 2009

Strafgesetzbuch und Ruckfallquote

Gespeichert unter: Uncategorized — intelligert @ 10:44

Bundesrichter Hans Wiprächtiger verklärt das neue Strafrecht: „Bei Alltagsdelikten wie Diebstahl muss der Täter nicht mehr mit einer Gefängnisstrafe rechnen, sondern mit einer Geldstrafe. [..]Dabei geht vergessen, dass die Geldstrafe, die kritisiert wird, nur für Delikte im Bereich der Kleinkriminalität überhaupt möglich ist.“ Vergewaltigung, fahrlässige Tötung, Körperverletzung gehören also in den Bereich der Kleinkriminalität – es ist schwierig zu glauben: Dieses Arschloch ist Bundesrichter!

Der vermeintliche Vorteil von Geldstrafen begründet er, sowie der Bundesrat, so: „Täter sollen nicht aus ihrem Umfeld herausgerissen werden. Das verringert die Rückfallgefahr.“
Für Vergewaltigung gibt’s zu 40% bedingte Strafe, bei schwerer Körperverletzung sogar zu 60%. Das sei gut so, meint Staatsrechtsprofessor Andrea Baechtold:
«Die bedingte Freiheitsstrafe hat zu Recht eine grosse Bedeutung, denn sie ist die erfolgreichste Strafform überhaupt. Bloss rund zehn Prozent der bedingt Verurteilten werden rückfällig. Beim Rest bleibt es bei diesem einmaligen Ausrutscher.» Und der Zürcher Oberrichter Meyer erdreistet sich: «Richter müssen eine gewisse Distanz zu den Emotionen der Bevölkerung wahren.»

Nun sind aber weniger die Emotionen der Bevölkerung, sondern wohl eher der fehlende Sachverstand der oben zitierten Volldeppen das Problem: Die Rückfallquote ist, in dem oben genannten Zusammenhang, absolut irrelevant. Oder beruhigt es sie, wenn sie wissen, dass ihnen jemand die Fresse poliert, der das nicht zum ersten Mal macht? Wohl kaum. Entscheidend ist die Wahrscheinlichkeit mit der man Opfer wird. Ganz verwirrt äusserte sich die Leiterin Fachstelle Jugendforensik Universität Zürich, Cornelia Bessler, in der gestrigen Club-Sendung: „Die Formel – härtere Strafen, mehr Abschreckung, weniger Rückfälle, würde nicht stimmen.“ Wer würde sowas behaupten wollen? Natürlich sind bei härteren Strafen rational mehr Rückfälle zu erwarten: Wenn die Strafe abschreckende Wirkung hat, dann begehen weniger „Gelegenheitstäter“ die Tat. Die Rückfallquote wird durch die Zahl der Verurteilten bestimmt, ergo haben wir im Verhältnis dazu mehr „Intensivtäter“. Wie dumm muss man sein, um so grundlegende Fakten nicht zu verstehen? Wie dumm muss man sein, um Leiterin für die Fachstelle Jugendforensik werden zu können? Das ist ausserhalb meines Vorstellungshorizontes. Noch eine kleine Anekdote zu Bessler: Als Nathalie Rickli Ausländerkriminalität ansprach, war ihr das pauschal. Später jedoch wollte sie auf einen von Rickli vorgetragenen Einzelfall nicht eingehen. Rickli darf also weder Statistiken (die sind ja per se pauschal) noch Einzelfälle thematisieren. Anders ausgedrückt: Sie darf gar nichts vortragen. Was nicht ins eigene Weltbild passt, muss verneint werden mit, und das ist das gefährliche daran, pseudo-akademischer Argumentation.

Je nach Lust und Laune erzählen die „Experten“ was anderes – einmal führen härtere Strafen zu mehr Rückfällen, andermal bleibt sie gleich, so widerspricht Wiprächtiger Fässler: „Es spielt keine Rolle, welche Sanktion ausgesprochen wird. Die Rückfallquote bleibt immer die gleiche, wie auch die jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen. “ Professor Wolfgang Heinz, ex-Lehrstuhlinhaber für Kriminologie und Strafrecht an der Uni Konstanz, ist anderer Meinung: „Harte Strafen lösen kaum eines der Probleme, die zur Straftat geführt haben. Harte Strafen stiften mehr Schaden als Nutzen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen führen sie dazu, dass mehr Täter rückfällig werden.“

Juli 17, 2009

Rassismus vs. Sexismus

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , , , , , — intelligert @ 7:06

Die Anti-Rassimus-Kommission fordert Parallelgesellschaften für Muslime, damit Muslimas ihre Erfahrungen des Geschlagenwerdens teilen können. Komischerweise wird im Bulletin an anderer Stelle festgehalten, dass Schweizer Frauen nicht weniger von häuslicher Gewalt betroffen sind, von dem her könnten sich die Frauen ja eigentlich auch interkulturell zusammen tun, um ihre Erfahrungen grenzüberschreitend auszutauschen. Das geht nur, wenn die Dialogbereitschaft vorhanden ist, deshalb rufe ich hiermit alle Schweizer Männer auf, ihre Frauen in die Solidarität mit ihren muslimischen Geschlechtsgenossinnen zu prügeln.

„Der Appell von Schweizern und Schweizerinnen an
geschlagene Frauen, sich zu wehren, hilft den geschlagenen
Frauen nur dort, wo der Entschluss, den
Mann zu verlassen, von dieser selbst schon getroffen
ist. Das ist eher selten der Fall. Den Frauen wird am
ehesten geholfen, wenn sie ihre Strategien, mit dem
Geschlagenwerden umzugehen, anwenden können,
z.B. Frauen ähnlicher Herkunft um sich haben, die
ihre Erfahrungen teilen
(in den isolationsfördernden
Asylstrukturen leider oft ein Wunschtraum).“

-TANGRAM, Bulletin der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus, MUSLIME IN DER SCHWEIZ, 1999

Wie sagt man so schön: Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Juli 1, 2009

Michael Jackson vs. Qualitätsjournalismus

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Heute haben auf dem Helvetia-Platz einige Tages-Anzeiger Journalisten demonstriert. Man dürfe sie nicht entlassen und so, schliesslich seien sie der Garant für Qualität. Nun gut, überprüfen wir das mal anhand der Berichterstattung über Michael Jackson nach dessen tragischen Tod.

«Thriller» – das war Michael Jackson

„Michael Joseph Jackson wurde am 29. August 1958 [...] geboren.“ „Im Jahr 1965 begann für Michel Jackson, im Alter von fünf Jahren,…“
Wie schwierig ist es von 58 auf 65 zu zählen?

„1979 erschien das zweite Album mit dem Titel «Off the Wall»“ Off the Wall war sein fünftes Album. Aber eben, jemand, der nicht auf sieben zählen kann, kann auch nicht auf fünf zählen. Qualitätsjournalismus.

„Michael Jackson veröffentlichte sein erstes Soloalbum «Ben».“ Ben ist sein zweites Studio-Album.

„Im Jahr 1982 erschien das dritte Album «Thriller».“ Falsch. Es war das Sechste.

„Die Familie Jackson hat insgesamt acht Kinder“ Nein, neun.

“ als jüngster von sechs Brüdern geboren. Die Familie Jackson hat insgesamt acht Kinder, darunter drei Mädchen.“ Aha. 6 + 3 = 8 !!!!!!!! 100% Qualitätsjournalismus.

Die denkwürdigsten Momente im Leben des King of Pop

„Der künstlerische Niedergang – nach den Retro-Alben «HIStory» und «Blood On The Dancefloor» floppte 2001 auch «Invincible» – wurde von einer Demontage des Menschen Michael Jackson begleitet. „ Retro-Album???? Invincible hat hat sich einige Millionen mal verkauft.

„1997: Das Album «Blood on the Dance Floor: HIStory in the Mix» enttäuscht mit Verkaufszahlen von weniger als einer Million. „ Dieses Album hat sich mehr als 10 Millionen mal verkauft, und ist damit das mit Abstand erfolgreichste Remix-Album überhaupt.

„Aber Jackson, bis dahin wegen mehr als 260 Millionen weltweit verkaufter Tonträger der Mega-Star der Zeit, hatte seitdem keinen Hit mehr.“ Scream, Earth Song, They Don’t Care About Us, You are not alone, Blood on the Dance Floor, um nur ein paar zu nennen.

„Die Ehe dauerte nicht einmal eineinhalb Jahre“ Jaja, Rechnungen mit Daten sind natürlich besonders schwierig. 26. May 94 – Jan 06. Hmmm, ist glaub ein bisschen mehr als eineinhalb Jahre.

Was man von Michael Jacksons Werk besitzen muss

„Von Best-of-CDs wie «HIStory» (1995) oder «Number Ones» (2003) ist darum eher abzuraten“ HIStory ist keine Best-Of-CD!

Wie Michael Jackson die Musikwelt veränderte

„bevor er seine Haut aufhellte und seine Biografie verdunkelte“ Der Artikel sollte wohl eher heissen: Wie der Tages-Anzeiger die Wahrheit verändert.

„trotzdem verblasste Jacksons Stern fast so sehr wie – angeblich durch eine Krankheit – seine Haut.“ Michael Jackson hat Vitiligo, das ist bewiesen, auch wenn es einem als blödes Arschloch vielleicht ein wenig schwer fällt, das zu glauben.

Einfach nur frech.

Qualitätsjournalismus = Sogar noch zu blöd um von Wikipedia abzuschreiben.

Mai 8, 2009

Mythos Rassismus

Gespeichert unter: Politik — Schlagworte: , , , , , — intelligert @ 3:57

Rassismus ist Diskriminierung eines Menschen auf Grund seiner Rasse. Aus der genetischen Forschung wissen wir, dass die Spezies Mensch nicht in Rassen unterteilt werden kann. Der Begriff, die Vorstellung einer menschlichen Rasse ist im Okzident längst auch aus dem Alltagsdenken verschwunden. Andere Diskriminierungsformen hingegen sind wohlauf: Sexismus, Antisemitismus, Homophobie und Kulturalismus.
Wieso ist das Thema Rassismus nicht schon längst vom Tisch? Es wird von Linken und Moslems geschickt instrumentalisiert, um von ihren eigenen diskriminierenden Herrschaftswünschen abzulenken (wie sich anhand Durban II einfach zeigen lässt). Durch die absolute Mehrheit in der vierten Gewalt ist es ihnen ein Leichtes, en masse erfundene rassistische Übergriffe aufzubauschen; die Welle ist bereits in die Schweiz übergeschwappt, seit Anfang Jahr gibt es zwei Fälle, bei denen von Anfang an absolut klar war, dass die vermeintlichen Opfer gelogen haben. Die Linken interessiert das nicht, wer Zweifel vorbringt wird als rassistisch, rechtsextrem oder SVP-Sympathisant abqualifiziert.
Mehr als 99% aller Diskriminierungen in Europa kommen von Muslimen, gedeckt durch die Linken, die Opfer sind Europäer und
Muslima. Das Linke und Moslems bereits jetzt als Übermenschen bevorzugt behandelt werden, reicht ihnen nicht (Straffreiheit für Planung und Anordnung von Ehrenmorden, Strafminderung/-freiheit bei Delikten die gegen Frauen gerichtet sind, Straffreiheit für das Verbreiten von extremistischer Propaganda, Straffreiheit für den Vollzug terroristischer Akte, die Liste könnte endlos weitergeführt werden), sie wollen die totale Kontroll- und Bestimmungsgewalt, denn nur so lässt sich der böse Westen und sein menschenfeindlicher Kapitalismus befrieden.
Kinder werden über den Schulhof gehetzt, weil sie nicht an Gott glauben, werden gemobbt und schikaniert, geschlagen und bedroht, weil sie keinen Migrationshintergrund besitzen. Frauen und Mädchen werden vergewaltigt, weil sie sich nicht verhüllen. Menschen wird die Einreise nach England verweigert, weil sie sich für den Humanismus der Aufklärung einsetzen. Juden werden niedergestochen, weil sie Juden sind. Und so weiter, und so fort. Wer sich wehrt, schürt Fremdenhass.
Europa geht langsam aber dafür zielsicher in Richtung Abgrund. Die Verantwortlichen sind nicht in der "ungebildeten Masse" zu suchen, sondern just bei jenen arroganten Flachwixern, die jene "ungebildete Masse" vor "Manipulationsversuchen populistischer Hardliner" schützen will, oder anders gesagt, die Demokratie abschaffen und die Scharia einführen will. Die Gleichen behaupten gleichzeitig, die Einführung der Scharia wäre völlig unrealistisch, unsinnige Panikmache rechter Populisten. In England hat man das gleiche gesagt - bevor die Scharia eingeführt wurde.
Wenn der Spuk vorbei ist, werden es genau diejenigen ideologisch verbrämten Arschlöcher sein, die heute mit der WOZ unter dem Arm und der Freitagstasche um die Schulter, jeden, der auch nur einen Cent von ihrem beschissenen Totalitaritätsfanatismus abweicht, mangelnde Sachkenntnis und Selbstreflexion unterstellen, die mit dem Finger auf Andere zeigen werden: "Wieso habt ihr nichts gemacht?" oder noch frecher: "Wieso habt ihr das gemacht?". Und mit Lösungsvorschlägen, wie sich sowas zukünftig verhindern lässt, Sensibilisierungskampagnen und differenzierten Systemanalysen ihre moralische Überlegenheit beweisen. Nämlich genauso, wie sie es nach dem zweiten Weltkrieg, dem Holocaust getan haben, als der Sozialist Hitler sein jähes Ende fand. Es war Winston Churchill der Europa von seinem grössten Tyrannen befreit hat, es waren die Linken, die vor dem Krieg den konstruktiven Dialog forderten, und Hitler gewähren liessen, die sich nachher auch noch erdreisteten, Churchills Lorbeeren zu pflücken. Die grösste Propapagandaleistung liegt jedoch darin, aus dem Nationalsozialismus einen Faschismus, und damit einen künstlichen Dualismus zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus zu machen (Obwohl die Totalitarismusforschung dies bereits vor der Machtübernahme Hitlers widerlegt hat).
Was in den Köpfen dieser Ausgeburten einer nicht-existenten Hölle vorgehen mag, wird uns wohl auf weiteres verborgen bleiben.

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