Action Painting, eine Unterkategorie des abstrakten Expressionismus, entstand in den 50er, bekanntester Vetreter ist Jackson Pollock. Es bezeichnet das wahllose Auftragen von Linien, Spritzern und Punkten auf eine Leinwand. Die korrekte Einordnung dieser Kunstrichtung bereitet den meisten Kunst- und Kulturschaffenden erhebliche Mühe: vom Kunstprofessor über den Kritiker bis zum Laien mit der Freitagstasche – alle liegen sie zumeist komplett falsch.
Deshalb dieser kleine Nachhilfeunterricht:
Semiotisch gibt es zwei Arten von Bildern: das Gegenständliche und das Gegenstandslose. Ein gegenständliches Bild ist ein Zeichen, es referenziert auf etwas ausserhalb seiner selbst. Ein gegenstandsloses Bild bedeutet nichts, es ist selbst der Gegenstand.
Ein abstraktes Bild ist ein gegenständliches Bild, da die Abstraktion ohne Gegenstand nichts hat, von dem sie abstrahieren könnte. Da ich bereits darauf hingewiesen habe, dass Action Painting zum abstrakten Expressionismus gehört, können wir schon mal darauf schliessen, dass es gegenständlich ist.
Action Paintings werden häufig ungegenständlich genannt, weil nur ikonische (abbildende) Referenzen in Betracht gezogen werden. Beim Action Painting handelt es sich jedoch um ein Zeichen anderer Art, Index genannt.
Beim Index ist die Beziehung zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem kausaler (natürlicher, physikalischer) Art. Als Indexe gelten unter anderem Rauch, Fussstapfen, Wetterfahnen, Symptome, Pfeile, Fotographien.
Und eben Action Paintings, da zwischen den Klecksen und den Handbewegungen des Malers ein kausaler Zusammenhang besteht.