Schock: Israel verteidigt sich

Der Nachkriegs-Antisemitismus hat ein neues Höchstmass erreicht. Man findet es unverschämt, dass  Israel für die Sicherheit seiner Bevölkerung sorgt. Schauen wir, was die Opfer der Schoah, die Deutschen dazu schreiben.

Steffen Gassel, Stern:

“In der militärischen Auseinandersetzung mit denen, die Israel als seine Feinde betrachtet, lässt der Judenstaat jedes Augenmaß und jede Verhältnismäßigkeit vermissen.” Von Israel wird verlangt, dass es sich dem militärischen Niveau des Feindes anpasst, als spiele es die Hauptrolle in einem Spaghettiwestern. Dass Opferzahlen und Konfliktdauer durch diese Nivellierung steigen würden, scheint keine Rolle zu spielen. Die “Palästinenser” bringen sich ja eh selber um und die Israelis sind sowieso nur Juden.

“Und diesmal gibt es keine Hamas und keine Hisbollah, die irgendwie mitverantwortlich gemacht werden können für das Blutbad im Mittelmeer.” Sobald Juden involviert sind, spielt keine Rolle mehr, von wem die Aggression ausging.  Schuld ist stets der Jude, auch wenn er sich, wie in diesem Fall, lediglich verteidigt.

“Der Konsequenz dieser Rücksichtslosigkeit ist desaströs - gerade für ein Land, das sich so oft von Feinden umzingelt wähnt, [...]” Man merke: Wenn Israel von feindlich gesinnten Staaten umzingelt ist, dann schreibe man dies nicht, sondern relativierte es, in dem man objektive Befunde als israelische Eigenwahrnehmung beschreibt. Ob es aber wirklich der Sicherheit eines Staates tunlich ist, sich desto weniger zu verteidigen, je grösser die Bedrohungslage, dies wäre wohl noch abzuklären.

“Wie will man sich wirksam verteidigen, wenn man zuvor die internationale Legitimität der eigenen Armee gründlich unterminiert hat?” Die Frage stellt sich freilich nicht. Die Legitimität (inwiefern diese international sein kann, verschliesst sich uns gänzlich) der israelischen Armee wurde ja nicht mal ansatzweise unterminiert. Diese wird ja zum Glück nicht von Steffen Gassel verliehen.

“Dass Israels See- und Landblockade mit ihrem erklärten Ziel, den Schmuggel von Waffen in den von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen zu verhindern, kaum mehr etwas zu tun hatte, konnte schon seit langem jeder wissen, der es wissen wollte.” Ja, die “Israel-Kritiker” wissen gerne was sie wollen, mit der Realität muss dies mitunter nichts zu tun haben: Hilfsgüter können problemlos in den Gaza gebracht werden.

“In Wirklichkeit verfolgen die Hardliner um Premier Benjamin Netanjahu, genau wie seine Amtsvorgänger, ganz andere Ziele. Der Würgegriff um Gaza war ihnen ein ebenso billiges wie durchsichtiges Mittel, ihr Profil als kompromisslose Verteidiger der Sicherheit Israels zu schärfen.” Kompromisslose Verteidigung der eigenen Sicherheit als Hardliner-Anliegen?  Was ist dann moderat? Eine partikulare Aufgabe der eigenen Sicherheit? Wenn es um Juden geht, wird selbst der Primärzweck von Staaten negiert.

“Nur dem Umstand, dass von Ägypten aus durch hunderte unterirdische Tunnel Tag und Nacht Tonnen von Lebensmitteln nach Gaza geschmuggelt werden, ist es zu verdanken, dass trotz Israels Blockade in Gaza eine humanitäre Katastrophe bislang ausgeblieben ist.” Ob es wohl auch damit zu tun ist, dass Israel wöchentlich 15’000 Tonnen Hilfsgüter in den Gaza-Streifen schickt?

Focus berichtet: “So sollen die Soldaten bei der Erstürmung der sechs Schiffe Aktivisten teils direkt in den Kopf geschossen haben.” Die Quelle ist immerhin ein pakistanischer TV-Journalist. INTELLIGERT, das Organ für intelligente Kritik fragt: Wohin sonst?

Der Spiegel lügt: “Im Grunde dreht sich der Konflikt um das Existenzrecht Israels und die Forderung nach einem eigenen Palästinenserstaat.” Den Palästinenserstaat gibt es seit 1946 (2 Jahre länger als Israel). Selbst einen zweiten hat man ihnen wiederholt angeboten. Die “palästinensische” Elite will keinen eigenen Staat, sie wollen die Vernichtung Israels.

T. Avenarius, Süddeutsche:

“Israel steht blamiert und blutbefleckt vor der Welt.”  Seit wann ist die Sicherstellung der eigenen Sicherheit eine Blamage?

“Nach dem Desaster auf hoher See muss sich die Weltgemeinschaft fragen, wie sie sich künftig zur israelischen Gaza-Blockadepolitik verhalten will.” Die Weltgemeinschaft - wer oder was ist das? Die UNO, bei der nicht nur jeder Schurkenstaat mitmachen darf, sondern gleich auch in den Menschenrechtsrat gewählt wird?

“[...] die katastrophale Militäraktion [...]” Es ist keine Katastrophe, sondern ethisch vertretbar sowie sich empfehlend, in Notwehr jemanden zu töten oder zu verletzen. 

“Der Einsatz von Elitesoldaten gegen die selbsternannten Friedensfreunde aus aller Welt war von vorne herein das falsche Mittel.” Dieses Mittel wird schon seit Jahren erfolgreich angewendet.  

“Israel hat den Gaza-Streifen vor vier Jahren abgeriegelt, ohne internationale Legitimation für diese Aktion.”  Schon wieder diese “internationale Legitimation” – Was bedeutet sie und bei wem soll sich Israel diese einholen?

“Später begründete Israel die Sperre mit der Herrschaft der Hamas, die eine Terrorgruppe sei.” In der deutschen Grammatik sehr beliebt: Der antisemitische Konjunktiv.

“Zudem bestraft die Blockade ein Volk dafür, dass es eine unliebsame Regierung an die Macht gebracht hat.” Mit Verlaub, das war vor 10 Jahren mit Haider in Österreich so. Die Hamas ist ein Bisschen mehr als “unliebsam”.

“Aber entscheidend ist allein: Mit welchem Recht verweigert Israel 1,5 Millionen Gaza-Palästinensern eine Zukunft?” Als wäre es ist nicht die Dominanz des Islam, welche den “Palästinensern” Zukunft und Gegenwart vermiest.

“Die Fortsetzung des Krieges mit ökonomischen Mitteln hat noch andere negative Folgen. Die Bevölkerung radikalisiert sich. Sie folgt islamistischen Rattenfängern.” Die Grundlüge der linken Weltverschlechterer. Dabei wurde sie schon 2003 von Alan B. Krueger in Education, Poverty and Terrorism: Is There a Causal Connection widerlegt. Dass die Armen und Dummen für den Terrorismus verantwortlich sind ist Wunschdenken der Mittel- und Oberschicht, deren gebildete Sprösslinge gefährdet sind, von einer Ideologie  vereinnahmt zu werden. Es ist nicht bloss Zufall, dass Taliban auf Deutsch Student heisst. Hier tritt die ganze Perversion zu Tage: Jenes Milieu, welches die Terroristen stellt, nutzt ihre gesellschaftliche Deutungshoheit um sie einem anderen Milieu unterzuschieben. Dabei belässt man es nicht – Nein, dem gebrandmarkten und zu Unrecht beschuldigten Milieu drängt man sich dann auch noch als vermeintlicher Helfer auf. Man kann es auch so verstehen: “Könnt ihr bitte die Schuld auf euch nehmen? Wir schicken euch dafür ein paar Nahrungsmittel und Bücher.”

“Im Gegensatz zu den Islamo-Nationalisten der Hamas sind solche Kräfte grundsätzlich nicht gesprächsfähig.” Ja, gesprächsfähig sind die Hamas schon, zum Beispiel wenn’s darum geht, den Holocaust zu leugnen oder das Existenzrecht Israels zu verneinen. Bloss – Was soll aus solch Gesprächen resultieren? T. Avenarius kann von mir aus auch mit Bäumen reden, aber sollte akzeptieren, dass intelligente Menschen Ansprüche haben.

Die Friedensaktivsten haben viel gerlent von Hitler. Bald können sie den Reichsparteitag des Friedens nachholen.